Wege zur Buchveröffentlichung – was ist bei welchem Weg wichtig?

Falls ihr mit dem Gedanken spielt, ein Buch zu veröffentlichen, habt ihr viele Wege. Im Folgenden findet ihr Hinweise, was bei den verschiedenen Wegen zur Buchveröffentlichung wichtig ist.

1. Manuskript an Literaturagenturen senden

Recherchiert nach Literaturagenturen, die Bücher eures Genres vertreten. Eine Auswahl an Literaturagenturen findet ihr auf der Uschtrin-Website. Wenn ihr konkret Agenturen für Fantasy sucht, schaut mal auf der Website vom Flyfiction Fantasy Verlag. Ansonsten gilt: Die meisten Literaturagenturen haben auf ihren Websites Hinweise, 1. ob sie zurzeit überhaupt Manuskripte wünschen und 2. wie man sie einsenden soll (per Mail oder per Post?, Umfang von Exposé und Leseprobe etc.). Diese Hinweise sollte man natürlich beachten.

2. Manuskript an Verlage senden

Bei den Verlagen gilt wie bei den Literaturagenturen: Schaut genau hin, ob euer Manuskript ins Verlagsprogramm passt, und beachtet die Hinweise zur Einreichung von Manuskripten auf den Websites der Verlage. „Fantasy“ ist übrigens nicht gleich „Fantasy“ und das gilt auch für andere Genres. Mancher Verlag veröffentlicht Romance Fantasy, ein anderer High Fantasy usw. Eine Liste mit Fantasy-Verlagen findet ihr bei Flyfiction Fantasy.

Die Bewerbung bei einem Verlag und bei einer Literaturagentur ist im Prinzip ähnlich: Schreibt ein Anschreiben (am besten inklusiv Klappentext und ein paar Infos zu euch als Autor). Fügt ein Exposé von 2 bis 3 Seiten hinzu (Zusammenfassung des Buches + Eckdaten wie Genre, Schauplatz, Seitenumfang und evtl. eine kurze Vorstellung der wichtigsten Charaktere) und ergänzt dies um eine Leseprobe von etwa 20 bis 30 Seiten und eine kurze Autorenvita inklusiv Kontaktdaten.

3. Das Buch im Selbstverlag herausbringen

Wichtig ist beim Selbstverlag bzw. Eigenverlag zum einen eine möglichst professionelle Erscheinung des Buches: Wählt ein eindrucksvolles Cover, befreit das Buch von Stilpatzern und Rechtschreibfehlern (notfalls sollte ein professionelles Lektorat dies tun), bringt das Innen-Layout in eine ordentliche Form und vergesst das Impressum nicht.

Es ist strategisch, das Buch zuerst als Ebook zu veröffentlichen und erst mal zu schauen, wie es ankommt und wo Leser Kritikpunkte sehen. Im Ebook könnt ihr Fehler leichter korrigieren, vor allem die übrig gebliebenen Rechtschreibfehler. Das Ebook könnt ihr zum Beispiel bei Amazon veröffentlichen. Achtet darauf, den Preis nicht zu hoch und nicht zu niedrig zu legen. Preise von 2,50 bis 5,50 Euro sind für Ebooks von einigen hundert Seiten sinnvoll: Ihr verdient nicht zu wenig und der Leser findet das Ebook nicht zu teuer.

Gebt ihr das Buch in den Druck, dann versucht eine möglichst günstige Druckerei zu finden. So spart ihr Geld und könnt zugleich euren Lesern möglichst günstige Preise bieten, die halbwegs konkurrenzfähig mit den Preisen von Großverlagen sind. Mindestens aber solltet ihr mit den Preisen anderer Kleinverlage mithalten können. Der Zeitaufwand für die Suche der Druckerei lohnt sich.

Beachtet weiterhin: Das Cover muss eine hohe Auflösung haben (300 dpi oder höher). Am besten erstellt ihr schon beim Ebook ein hochwertiges Cover und komprimiert es schließlich. Beim gedruckten Buch nehmt ihr dann die unkomprimierte Version.

Druckt nur kleine Auflagen von etwa 100 Exemplaren. Euer Kostenrisiko ist damit geringer und ihr müsst euer Haus auch nicht zum Bücherlager machen (und habt mehr Geld fürs Wichtigere: das Marketing). Obwohl es oft heißt, Großauflagen seien günstiger, gibt es Druckereien, wo die Preisersparnis pro Buch bei den ersten 100 Exemplaren am größten ist. Soll heißen: Ob ihr 10 Bücher oder 100 Bücher drucken lasst, wirkt sich bisweilen mehr auf den Stückpreis aus als wenn ihr statt der 100 Bücher 500 Exemplare anfordert.

Soll euer Buch außerdem in der „normalen Warenwelt“ erhältlich sein (also etwa in Buchhandlungen), benötigt ihr außerdem eine ISBN (www.german-isbn.de) und einen Barcode (es gibt online Barcode-Generatoren) und müsst euer Buch bei den einzelnen Online-Buchhändlern anmelden.

4. Das Buch als Ebook veröffentlichen

Ihr könnt euer Buch beispielsweise bei Amazon für den Kindle veröffentlichen. Wichtig beim Ebook ist die Formatierung. Auf dem Ebook-Reader sollte euer Buch ein Layout haben, das aus technischer Perspektive keine Schwierigkeiten bereitet. Auf Schriftart, Schriftgröße und Seitenaussehen wiederum habt ihr wenig Einfluss, da dies vom Ebook-Reader und den Einstellungen des Lesers abhängt. Versucht hier also nichts zu genau festzulegen. Viele Word-Formatierungen werden von Readern nicht unterstützt. Und vor allem: Nehmt die Silbentrennung raus und im Zweifelsfall ist Flattersatz auch besser als der Blocksatz, um unangenehme Überraschungen bei den Zeilenumbrüchen zu vermeiden. Auf der Amazon-Website findet ihr Anleitungen konkret für die Formatierung von Amazon-Ebooks. Falls ihr einen Reader habt (Kindle, Sony-Reader etc.), probiert unbedingt aus, wie euer Ebook darauf aussieht!

Den Preis fürs Ebook legt ihr selbst fest und möchtet ihr ein Ebook überarbeiten, könnt ihr zumindest bei Amazon einfach die neue Version eures Ebooks hochladen. Die alte Version wird dann überschrieben. Alternativ könnt ihr die neue Version auch als neues Buch veröffentlichen.

Im Gegensatz zum gedruckten Buch solltet ihr beim Ebook eine relativ niedrige Auflösung fürs Cover wählen (aber nicht so niedrig, dass die Qualität ernsthaft leidet). Das verringert den Speicherplatz eines Ebooks.

5. Das Buch als BoD (Book on Demand) veröffentlichen

Bei Anbietern von Books on Demand macht der Autor auch das meiste selber. Der Vorteil gegenüber dem Selbstverlag ist, dass BoD-Anbieter den Vertrieb des Buches (Bestellungsverarbeitung, Postverpacken, Umgang mit Versand- und Kundenproblemen etc.) übernehmen und das Buch gegen geringe Kosten schnell an des Netz des Buchhandels anschließen (zumindest die formalen Rahmenbedingungen schaffen).

Ein Nachteil ist, dass BoD-Bücher oft einen teureren Ladenpreis haben als wenn man die Bücher selbst druckt und vertreibt. Bei BoD-Dienstleistern gestaltet ihr euer Buch auch völlig frei wie beim Selbstverlag, ihr müsst also selbst für ein professionelles Cover, ein professionelles Lektorat, ein professionelles Layout  und ein effektives Marketing sorgen.

Bei BoD-Dienstleistern (diese haben manchmal einen Online-Kosten-Kalkulator) solltet ihr vor allem darauf achten, dass der Ladenpreis aus Lesersicht erträglich bleibt. Im Zweifel besser das Buchlayout „quetschen“ als den Preis hochtreiben. Bei Werken ab 300 Seiten beginnt so der kritische Preisbereich und bei 500 Seiten ist er deutlich überschritten. Spart aber nicht am anderen Ende, denn Bücher mit 70 Seiten bringen Assoziationen von Heften hoch, für die man nicht zu viel zahlen will. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist bei ca. 100 bis 250 Seiten am besten aus Leserperspektive. Große Bücher könnt ihr auch zu Zweiteilern oder Dreiteilern machen, wenn es möglich ist.

Und noch was: Ihr schließt bei diesen BoD-Dienstleistern einen schriftlichen Vertrag ab, wo ihr viele Rechte abgebt. Schaut genau hin, ob ihr mit allen Bedingungen einverstanden seid. Insbesondere sichern sich diese Anbieter zum Beispiel das Ebook-Recht und damit teilweise auch die Preisgestaltung beim Ebook. Aber mal ehrlich, wozu braucht ihr einen Ebook-Dienstleister? Ihr müsst an ihn einen Anteil des Ladenpreises zahlen und er macht keine Werbung für euer Buch. Dann besser die Ebook-Rechte behalten und das Werk bei Amazon veröffentlichen. Amazon ist bisher „der“ Online-Buchhändler schlechthin, auch bei Ebooks ist er sehr bedeutend. Statt also einen Verkaufsanteil an Amazon und den BoD-Dienstleister abzugeben, gebt ihr so nur einen Anteil an Amazon ab.

6. Manuskript an Dienstleistungsverlag (Druckkostenzuschussverlag) schicken (nicht empfohlen)

Dienstleistungsverlage stehen in der Kritik, Autoren auszubeuten und schlichtweg unfair zu sein. Und das nicht ohne Grund. Das Ansehen dieser Verlage ist entsprechend problematisch, wobei ein Großteil der Leser immer noch keinen Unterschied zwischen Verlag und Dienstleistungsverlag macht und beides wertschätzt. Insofern habt ihr aus Sicht vieler Leser in einem „normalen Verlag“ veröffentlicht.

Vorteil vom Dienstleistungsverlag ist ähnlich wie bei BoD (nur viel teurer!), dass er den Vertrieb übernimmt. Aber statt hier weiter über „unfair“ oder „Nachteile“ zu reden, hier mal einige Kriterien für einen guten Dienstleistungsverlag (wenn er diese erfüllt, kann er durchaus Sinn machen):

  • Der Ladenpreis für euer Buch liegt beim Dienstleistungsverlag deutlich unter dem Preis, den ihr bei vergleichbarer Ausstattung mit dem BoD-Kostenkalkulator erhaltet (ein korrekter Dienstleistungsverlag druckt ja gerade nicht „on Demand“, sondern höhere Auflagen, was den Stückpreis korrekterweise senken sollte).
  • Der Dienstleistungsverlag macht ohne Extrageld (oder nur sehr wenig Geld) so richtig ordentliches und cleveres Marketing für euer Buch (ob es so einen Dienstleistungsverlag überhaupt gibt???).
  • Ein fairer Dienstleistungsverlag teilt sich mit dem Autor das unternehmerische Risiko und bezahlt einen Teil des Druckpreises selbst (oder rechnet dem Autor zumindest seine eigenen Dienstleistungen nicht in diesen Druckpreis hinein, sondern er verdient ausschließlich an den verkauften Büchern, wodurch er einen Verkaufsdruck und damit einen Marketingdruck hat (die Praxis sieht hier oft anders aus …).

Und, für welchen Weg habt ihr euch entschieden? Oder wo möchtet ihr noch wichtige Hinweise ergänzen (von denen es sicher noch viele gibt)? Gerne könnt ihr in einem Kommentar zu diesem Blog weitere Tipps und Statements zum Thema schreiben.

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