„Kalte Gefühle“ – Interview mit Thriller-Autorin Kim Rylee

Hallo Kim, du hast den Thriller Kalte Gefühle veröffentlicht. Auf welche Story dürfen sich die Leser gefasst machen?

Auf etwas gänzlich Unerwartetes. In dieser Geschichte geht es um eine gefühlsblinde Auftragskillerin, die wegen ihrer Alexithymie in psychiatrischer Behandlung ist. Ihr Psychiater nutzt ihre Fähigkeiten und erteilt ihr einen Auftrag: die Beseitigung des Drogenbarons André Murony. Ein Auftrag, der verhängnisvolle Auswirkungen nach sich zieht.

Für deinen Thriller hast du eine Leserunde bei Lovelybooks veranstaltet. Wie waren die Reaktionen und wie hat dich die Leserunde als Autorin weitergebracht?

Es ist meine erste Leserunde überhaupt. Ich muss sagen, ich bin mehr als begeistert!

Nicht nur, weil der Thriller anscheinend gut ankommt. Es sind eher die Wahrnehmungen der Leserinnen, die mich beeindrucken. Es ist so toll zu sehen, was jede Einzelne darüber denkt, wie sie es empfindet und wie sie die einzelnen Charaktere beurteilt.

Um an der Leserunde teilnehmen zu können, wollte ich gern wissen, welchem Charakter die Teilnehmer den Vorzug geben würden. Zum Glück hat das Los eine sehr ausgeglichene Runde hervorgezaubert. Umso mehr war ich davon angetan, dass sich einige von ihnen am Ende umentschieden haben …

Zweifellos hat mich die Leserunde als Autorin weitergebracht. Die Anmerkungen haben mir gezeigt, dass ein Roman, der ein außergewöhnliches Thema beinhaltet, ebenfalls lesenswert sein kann.

Was ist das Besondere an „Kalte Gefühle“? Warum sollten wir das Werk unbedingt lesen?

Weil er anders ist. Eine Leserin hat es sehr gut beschrieben: “Ich kann diesen Thriller jedem nur empfehlen, der mal Lust hat ein Buch mit einer etwas anderen Handlung und anderen Hauptakteuren zu lesen.“

Und genau das ist es auch. Die Protagonisten sind nicht aalglatt. Hier trifft keine graue Maus den reichen Märchenprinzen, obwohl Viktoria ein Dasein im Schatten führt und André reich ist. Es passieren Fehler. Die Charaktere müssen dafür einstehen und mit Kosequenzen rechnen. Das Leben ist nun mal kein mit Schlagsahne garnierter Streuselkuchen.

Erst recht dann nicht, wenn man nicht weiß, wie man seine Gefühle einordnen soll.

Dein neues Projekt ist ein Fantasy-Thriller. Welche Art von Fantasy erwartet uns?

Es wird ein Contemporary-Fantasy-Thriller. Er spielt auf der Erde in der heutigen Zeit.

Die Veröffentlichung ist für Mai/Juni 2016 geplant.

Mehr möchte ich aber zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht verraten.

Parallel dazu wird gerade mein nächster Thriller lektoriert, der im Herbst 2016 erscheinen soll.

Was inspiriert dich beim Schreiben?

Meine Umgebung. Das Leben, das um mich herum wirkt, ist meine größte Inspiration. Ich sitze in der Bahn oder in einem Café und schaue mir die Menschen an. Manchmal ist es nur ein Kleidungsstück, das jemand trägt oder eine Frisur, oder ein Gespräch, das ich nebenbei aufschnappe. Wenn es dann in meinem Hirn zu rattern anfängt, bin ich hoffnungslos verloren. Die Idee saugt sich fest, umklammert mich, wie die Tentakel eines riesigen Tintenfisches, der mich nicht mehr aus den Fängen lässt. Wenn ich die Idee nicht befreie, habe ich das Gefühl, dass sie mich erdrückt.

Wie ist deine Karriere als Autorin bisher verlaufen?

Gemäßigt, doch ich bin zufrieden.’Kalte Gefühle‘ ist mein Debüt-Roman und ich rechne nicht damit, dass er ein Bestseller wird, obwohl man sich als Schriftstellerin nichts sehnlicher wünscht. Wie im Leben muss man sich erst einmal beschnuppern. Es gibt mittlerweile so viele Menschen die schreiben und alles Mögliche veröffentlichen, dass der Leser vor einer immensen Herausforderung steht, wenn er ein Buch sucht, das handwerklich auch gut gemacht ist. Damit meine ich, dass es lektoriert wurde und bestenfalls noch ein Korrektorat durchlief.

Zudem genieße ich den Kontakt zu meinen Leserinnen und Lesern, was mir zeitlich auch gegönnt ist.

Was waren deine bisher größten Herausforderungen als Autorin?

Den letzten Punkt am Ende eines Romans zu setzen.

Ich verliere mich in meinen Figuren, erlebe alles mit ihnen. Man feilt an den Szenen, hat schlaflose Nächte, weil man wieder einmal in einem Loch gefangen gehalten wird und darüber brütet, wie man entkommen kann …

Das alles geht mir sehr nah. Man glaubt, man hat das Manuskript vollendet. Dann liest man es sich erneut durch. Wieder gibt es ein paar Stellen, die man überarbeiten möchte. Das ist ein übler Kreislauf, den man durchbrechen muss. Irgendwann stellt man fest, dass das Baby erwachsen geworden ist und raus in die Welt ziehen muss.

Was ist dein Lebensmotto als Schriftstellerin.

Da kann ich nur Rebekah Joy Plett zitieren, die mir aus der Seele spricht:

“Wenn du etwas von einem freien Künstler kaufst, dann kaufst du nicht einfach nur ein Bild oder einen Roman oder einen Song, sondern du kaufst hunderte Stunden Experimentiererei, tausende Stunden voller Misserfolg. Du kaufst Tage, Wochen, Monate, Jahre der Frustation und MOMENTE der puren FREUDE. Du kaufst Nächte, erfüllt von der Angst, die Miete nicht mehr bezahlen zu können, nicht genug Geld zu haben, um sich Essen zu kaufen oder die eigenen Kinder, den Vogel, den Hund zu ernähren. Du kaufst nicht nur ein DING, du kaufst ein Stück Herz, ein Stück Seele, einen intimen Moment aus dem Leben von jemandem. Aber das Wichtigste: Du kaufst dem Künstler mehr Zeit dafür, etwas zu tun, für das er ernsthaft BRENNT; etwas das all dem genannten, der Angst und den Zweifeln einen Sinn gibt; etwas dass das Leben lebenswert macht.”

Wie können wir dich im Web am besten erreichen? (Links)

Da gibt es einige Möglichkeiten. Meine Homepage: http://www.kim-rylee.de , oder auf meinem Blog: https://thrillandaction.wordpress.com. Natürlich auch auf Facebook und Twitter.

Vielen Dank für das Interview! Wir wünschen dir weiterhin viel Erfolg!

Ich habe zu danken!

 

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Eine Antwort zu „Kalte Gefühle“ – Interview mit Thriller-Autorin Kim Rylee

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