Bücher als Autoren-Duo – einen Roman im Team schreiben

fantasy-countdown-thriller-1Wie schreibt man eigentlich einen Roman im Team? Das Autoren-Duo Annira und Tasia Falter hat sich dieser Herausforderung gestellt – mit einem guten Ergebnis, wie beide finden. Bei Flyfiction Fantasy ist nun ihr Jugend Mystery-Thriller „Countdown 24 Stunden – Die Falkenbombe“ erhältlich. Im Folgenden berichten beide Autoren über ihre Erfahrungen.

Wie kamt ihr auf die Idee, ein Jugendbuch zu zweit zu schreiben?

Annira: Wenn wir getrennt Bücher schreiben, basteln wir oft ewig lange an unseren Romanen rum, jahrelang, überarbeiten zig Mal und veröffentlichen dann doch nichts. Der Perfektionismus nimmt überhand und dennoch sind die Bücher nicht perfekt. Mit „Countdown“ wollten wir mal strukturiert schreiben und unsere Stärken vereinen. Und vor allem: Wir waren neugierig, ob es klappt! Können wir wirklich zusammen ein Buch schreiben?

Tasia: Als wir über ein neues Buch gesprochen haben, war das eigentliche Ziel, möglichst zeitnah ein neues Werk auf den Markt zu bringen. Ein Grundkonzept, die Charaktere und den Plot zu entwerfen, geht zu zweit schneller. Zugleich war es klar, dass jeder einen Teil des Romans schreibt. Allerdings geriet der Gedanke, alles schnell fertig zu bekommen, während der Arbeiten in den Hintergrund und der Wille, ein gutes Buch zu schreiben, wurde bedeutender.

Wo seht ihr die Vorteile darin, zusammen ein Buch zu schreiben?

Annira: Wenn man im Duo schreibt, macht man einander klarere Vorgaben und hält sich dran. Wir nahmen uns klar vor: 120 bis 200 Seiten mit ca. 10 Kapiteln zu 10 bis 20 Seiten – in ein bis zwei Monaten. Dann haben wir gemeinsam ein detailliertes Exposé ausgearbeitet, also Kapitel für Kapitel ganz genau überlegt, was darin vorkommen soll. Wenn man allein schreibt, tendiert man eher dazu, sich nicht an die Vorgaben im Exposé zu halten, sondern den Roman länger zu machen, weil man noch dieses oder jenes interessant findet, sozusagen „zu viel Leidenschaft“ für die Story entwickelt. Im Duo war das Schreiben des Romans irgendwie „geschäftlicher“. Zudem hat man für Probleme in der Roman-Handlung schneller Lösungen. Wo einer nicht weiterweiß, hat der andere eine Idee. Noch ein wichtiger Vorteil: Man teilt sich beim Schreiben die Arbeit. Jeder muss nur etwa halb so viel schreiben, man ist schneller fertig. Ach, und noch etwas: Wir beide haben sehr, sehr viel geredet und sehr, sehr viel beim Entwickeln der Story gelacht – auch wenn sie eigentlich gar nicht lustig ist. Das mag überraschen. Aber das Lachen war so lang und ausgiebig, dass die Brust danach regelrecht wehtat.

Tasia: Das gemeinsame Schreiben eines Buches hat viele Vorteile. Von zwei Ideen wird immer die bessere genommen und falls einem nichts einfällt, hat der andere einen Vorschlag. Außerdem denke ich manchmal minutenlang über die Qualität meiner Idee nach, während mir eine zweite Person die Antwort in Sekundenschnelle geben kann. Obwohl mir das Schreiben Spaß macht, fand ich es erleichternd nur einen Teil des Romans zu schreiben. Auf diese Weise ist der Beruf des Autors auch nicht ganz so einsam :-).

Und welche Probleme hattet ihr, als Autoren zu zweit zu schreiben?

Annira: Es ist viel besser gelaufen als erwartet. Der befürchtete ewige Streit bei jedem Detail blieb aus. Und wenn es Meinungsverschiedenheiten gab, kam immer eine gute Lösung raus. Öfter war ich mit einer „sauberen Lösung nach Rezept“ zufrieden, aber Tasia wollte unbedingt noch höher hinaus. Im Endeffekt wurde die Idee durch die Diskussion besser. Ich glaube, ich habe häufig die erste Lösung bzw. das Grundschema vorgegeben, so im Sinne von: „Wie man ein gutes Buch schreibt“. Damit habe ich es Tasia dann leichter gemacht, von hier aus weiterzudenken.

Tasia: Wie Annira schon erwähnt hat, lief alles reibungslos. Bei Meinungsverschiedenheiten haben wir recht schnell einen gemeinsamen Nenner gefunden. Obwohl wir beide unsere Teile unabhängig voneinander geschrieben haben, gab es keine extremen Stilbrüche, sodass wir den Text nur an wenigen Stellen angleichen mussten.

Wie sah die Arbeitsteilung aus?

Annira: Tasia hat über den armen Protagonisten Cero geschrieben und ich über den reichen Antagonisten Loyd. Es mag seltsam klingen, aber aus irgendeinem Grund schreibe ich ziemlich gerne über arrogante, intelligente, zynische Antagonisten bzw. Antihelden. Loyd ist mein dritter (die Bücher zu den anderen beiden sind noch unveröffentlicht). Wiederum fühlte sich Cero wie eine Figur an, die Tasia ganz gut liegen könnte. Das Exposé haben wir gemeinsam entwickelt.

Tasia: Plot und Charaktere haben wir uns zusammen ausgedacht. Danach hat jeder einen Teil der Geschichte geschrieben. Jeder schrieb aus der Sicht der Figur, die ihm mehr zusagte. Zuletzt haben wir beide Teile zusammengefügt.

Wer von euch hat mehr Arbeit in den Roman gesteckt?

Annira: Ganz ehrlich, Tasia hat mehr gemacht. Gerade im ersten Teil der Reihe musste der Protagonist Cero etabliert werden. Der Antagonist Loyd trat erst später auf die Bühne. In den weiteren Teilen der Reihe planen wir dann 50:50. Hinzu kommt, dass ich als Einzel-Autorin noch an zwei Romanen schreibe, wo ein ähnlicher antagonistischer Charakter wie Loyd auftaucht. In dem Sinne fühlten sich die Loyd-Passagen an, als schreibe ich an meinen anderen Romanen weiter. Ich habe meine Countdown-Teile praktisch so „runtergeschrieben“ – natürlich bei entsprechender stilistischer Qualität. Daher war ich recht schnell fertig. Tasia brauchte wesentlich, um auf diese Stil-Ebene zu kommen, und sie hat auch mehr Recherche betrieben. Im Endeffekt aber zeigte sich, dass Tasia alles meistern kann 🙂

Tasia: Da ich den Teil des Protagonisten geschrieben habe, der deutlich überwiegte, und Annira den Teil des Antagonisten, der geringer ausfiel, habe ich mehr Seiten gefüllt und damit auch mehr Zeit in die Geschichte investiert. Ich bin aber davon überzeugt, dass Annira meinen Teil schneller fertig geschrieben hätte, als ich es konnte ;-). Wie er dann geworden wäre, ist sicherlich eine spannende Frage.

Würdet ihr wieder ein Buch zusammen schreiben?

Annira: Aber sicher! Wir haben neben der Countdown-Reihe bereits ein anderes Projekt angefangen, wieder Jugendbuch. Dort ist die Arbeitsteilung aber nicht Protagonist/Antagonist, sondern unsere Textteile „durchdringen“ sich. Aber mehr verraten wir ein andermal.

Tasia: Auf jeden Fall. Das gemeinsame Entwerfen des Plots und das Schreiben an „Countdown 24 Stunden“ hat mir sehr viel Spaß gemacht und war für mich eine Bereicherung, da es das erste Werk ist, dass ich im Duo geschrieben habe. Gerne wieder.

Hier findet ihr den Jugend-Mystery-Thriller „Countdown“ bei Amazon!

Und hier ist der Link zum Buchtrailer, erstellt von Tasia (aufs Bild klicken):

countdown-buchtrailer

 

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