Interview mit Marc Cuny, Autor der Buchreihe: „Gefangen im Reich der Träume“

Heute gibt’s ein Interview mit dem Schweizer Fantasy-Autor Marc Cuny zu seiner neuen Fantasyreihe: „Eine Welt in Scherben (Gefangen im Reich der Träume)„. Marc Cuny beschreitet in der Fantasy neue Wege. Klassische Fantasy-Elemente treffen auf existentielle emotionale Fragen: „Sind wirklich wir es, die über unser Leben bestimmen, oder sind wir nur Sklaven unserer Gefühle?“

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Hallo Marc, du bist ein relativ neues Gesicht in der Ebook-Welt, möchtest du dich kurz vorstellen?

Natürlich. Hallo allerseits, ich bin Marc Cuny und in der Schweiz wohnhaft. Wie viele andere Zwanzigjährige habe auch ich ein Studium an der Universität Zürich in Angriff genommen. In meiner Freizeit schreibe ich jedoch gerne Fantasy-Geschichten, da mich dieses Genre im Grunde von klein auf in seinen Bann gezogen hat.

Dein erster Roman „Gefangen im Reich der Träume-Eine Welt in Scherben“ erschien im Januar dieses Jahres. Wie kam es dazu?

Nun, dieses Buch entstand über viele Jahre hinweg. Als ich fünfzehn war hatte ich diese Idee, welche mir einfach nicht mehr aus dem Kopf weichen wollte, und daher begann ich mit dem Schreiben meiner ersten Kurzgeschichte. Da die Erzählung nach einer Weile ein Eigenleben zu entwickeln begann, arbeitete ich weiter an dem Text, bis er schliesslich den Umfang eines richtigen Buches angenommen hatte. Im Jahr 2011 wurde eine erste Fassung des Buches sogar im Zürcher Stadthaus ausgestellt, im Rahmen der besten Abitur-Abschlussarbeiten des Kantons Zürich. Doch ich war damals noch mit vielen Aspekten der Geschichte unzufrieden und habe sie über das zurückliegende Jahr hinweg weiter überarbeitet. Im Januar habe ich dann zuletzt den Entschluss gefasst, mein Werk als Ebook zu veröffentlichen.

Was erwartet den Leser in deinem Buch?

Die Geschichte spielt sich in einem Fantasy-Universum ab, das vielen zu Beginn wahrscheinlich gar klassisch vorkommen mag. Es gibt die bekannten und berüchtigten Wesen des Fantasy-Genres wie Orks und Zwerge, aber auch Kobolde und Barbaren. Im Mittelpunkt der Handlung stehen allerdings keine aufsteigenden Helden oder dunkle Tyrannen, die es zu besiegen gilt, sondern die emotionalen Konflikte, denen wir uns tagtäglich gegenübersehen. Es ist ein ebenso fantastisches wie auch philosophisch angehauchtes Werk.

Kannst du das vielleicht ein bisschen genauer erklären?

In meiner Fantasy-Geschichte findet der Leser eine Welt vor, die in gewisser Weise tatsächlich in Scherben liegt. Denn die Seelen der verschiedenen Völker sind infolge eines urtümlichen Krieges in einer vergangenen Ära zerfallen. Einen Charakter mit einer Persönlichkeit, wie wir ihn aus unserem normalen Leben her kennen, gibt es in jenem Land nicht. Vielmehr sind die Bewohner dieses Universums die meiste Zeit über damit beschäftigt, irgendwie eine Brücke zwischen den Fragmenten ihres Geistes zu bilden. Gefühle sind nicht blosse Regungen, die man in sich verspürt, sondern lebende Geschöpfe, die sich zu ganz eigenen Völkern zusammenschliessen können.

Die Handlung ist dabei um den Zwergenkrieger Darnak angesiedelt, der unter dem Banner der sogenannten Jägergilde gegen marodierende Dämonenhorden kämpft. Der blutige Alltag des Zwerges gerät eines Tages jedoch aus den Fugen, als er der Elbenfrau Yarella begegnet. Bald schon findet er sich in einem gnadenlosen Kampf zwischen seinen fleischgewordenen Gefühlen und seinem ebenfalls in körperlicher Form existierenden Verstand wieder. Und daneben droht ihn auch noch seine Vergangenheit einzuholen, der er ursprünglich hatte entfliehen wollen.

Das klingt nach einer sehr speziellen Geschichte, gibt es denn vielleicht irgendein Buch, mit dem sich dein Werk vergleichen lässt?

Um ehrlich zu sein, ich weiss es nicht. Ich habe durchaus etliche Fantasy-Buchreihen verschlungen, dennoch bin ich mir nahezu sicher, dass bisher niemand von jener ungewöhnlichen Idee gepackt worden ist, die ich hatte. Aber ausschliessen kann ich es natürlich nicht. Ich wollte die verschiedenen Aspekte des menschlichen Geistes personifizieren, um den Zwiespältigkeiten, die unser modernes Leben prägen, eine Bühne zu verleihen.

Kannst du uns dann vielleicht etwas zu dem Protagonisten der Geschichte erzählen?

Wie schon aus dem Klappentext hervorgeht ist die Geschichte um den Zwerg Darnak angesiedelt. Es war sehr schwierig, diesen Charakter zu erschaffen, denn in ihm vereinen sich viele Widersprüche. Ich wollte einen Krieger, aber keinen Helden. Er sollte als mächtig und verletzlich zugleich erscheinen, ein Kämpfer eben, der von denselben Zweifeln und Hoffnungen getrieben wird wie ein jeder von uns auch. Er sollte ein Charakter sein, in dem sich der Leser zuweilen selbst wiedererkennen konnte.

Du sagtest vorhin, deine Idee wäre einzigartig. Gibt es womöglich trotzdem eine Fantasy-Geschichte, die du dir beim Schreiben zum Vorbild genommen hast? Woher nimmst du deine Inspiration?

Was die Erschaffung der Fantasy-Welt meines Buches anging, so habe ich zweifellos verschiedenste Elemente des Genres aufgegriffen, die bereits altbekannt sind. Magie, Dämonen und Orks sind ja schliesslich nichts Neues. Was das Thema der Erzählung an sich betrifft, ist dieses jedoch eher im Bereich der Philosophie zu suchen.

Sind wirklich wir es, die über unser Leben bestimmen, oder sind wir nur Sklaven unserer Gefühle? Worauf gründen Dinge wie Liebe oder Zorn überhaupt? Hat das Leben überhaupt noch einen anderen Sinn, als das Überleben selbst? Und was genau schuldet das Individuum denn eigentlich der Gesellschaft?

Dies sind die Fragen, welche in meiner Buchreihe behandelt werden.

Für welche Leser ist dein Buch denn besonders geeignet? Hast du eine bestimmte Zielgruppe?

Nein, eigentlich habe ich keine Zielgruppe. Meine Buchreihe, von der “Eine Welt in Scherben“ nur den Auftakt markiert, hat zum Ziel, den Leser zum Nachdenken anzuregen. Ich bin mir durchaus im Klaren darüber, dass die Mehrheit, welche das Buch zur Hand nimmt, von dem ungewöhnlichen Blickwinkel der Geschichte irritiert sein wird. Doch genau das will ich. Ich will den modernen Menschen aus dem Konzept bringen und eine neue Sichtweise aufzeigen. Ein jeder von uns lebt in seiner eigenen kleinen Welt. Diese Welt mit der Wirklichkeit in Einklang zu bringen, darin besteht die Herausforderung des Lebens. Dies ist das zentrale Thema des Buches. Daher denke ich, dass wohl jeder halbwegs neugierige Fantasy-Leser aus jener Geschichte etwas mitnehmen kann.

Du hast offensichtlich viel Zeit und Arbeit in dein Buch investiert. Warum schreibst du? Was treibt dich an?

Nun, dafür gibt es viele Gründe. Zum einen bereitet es mir einfach Freude, Kraft meiner Fantasie magische Welten ins Leben zu rufen. Ich träume eben gerne. So, wie ich den Prozess des Erwachsenwerdens erlebt habe, scheint dieser hauptsächlich daraus zu bestehen, mit dem Träumen aufzuhören. Ich aber kann nicht aufhören zu träumen. Deshalb schreibe ich.

Ausserdem gibt es nichts, was ich mehr hasse als unvollendete Geschichten. Zu einem gewissen Grad schreibe ich daher auch, weil ich es tun muss. Ich hatte diese Idee, die Geschichte hat sich in meinem Kopf bereits zu Ende gesponnen.  Nun muss ich sie einfach zu Papier bringen, um Ruhe zu haben.

Kann sich die Fantasy-Gemeinde also bereits auf zukünftige Bücher von dir freuen?

Ja, definitiv. Wie gesagt, mein erstes Buch “Eine Welt in Scherben“ ist der Beginn einer Fantasy-Reihe. Der zweite Band, welcher den Namen “Die Rückkehr der Vergessenen“ tragen wird, befindet sich derzeit in Arbeit. Wegen meinem Studium geht es momentan zwar ein wenig schleppend voran, doch das Buch wird sehr wahrscheinlich gegen Ende 2014 erscheinen. Ich nehme mir gerne Zeit, um an meinen Geschichten zu feilen. Der erste Band entstand immerhin über mehrere Jahre hinweg. Bei der Fortsetzung möchte ich nun ebenfalls in aller Ruhe zu Werke gehen.

Die “Gefangen im Reich der Träume“-Reihe auf Amazon:

Eine Welt in Scherben (Gefangen im Reich der Träume)

Die Website des Autors: www.darnak.net

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