Wie zufrieden sind die Leser? – Online-Umfrage unter 445 Lesern von Romanen

Denkt auch ihr häufig, dass euch in Büchern etwas fehlt? Nun, da seid ihr nicht alleine: 44 % der Leser vermissen etwas in Romanen, so das Ergebnis einer Online-Umfrage von 2008 unter 445 Lesern aus Foren. Im Prinzip auch kein Wunder, denn in gewisser Weise sind viele Bücher ein Produkt von Kompromissen, z. B.

  • den Wünschen des Autors
  • dem Talent des Autors
  • den Theorien des Autors über „die Leser“
  • dem Feedback der Testleser
  • den Eingriffen des Lektors
  • dem Konzept des Verlags
  • den Theorien von Autor, Lektor und Verlag über „die Markttauglichkeit“

Klar, dass man es nie allen recht machen kann. Die Geschmäcker sind sehr verschiedenen – wobei die Bestseller dann die Kompromisse sind, die einem Großteil der Leser gefallen, während der Rest der Bücher speziellere Vorlieben erfüllt.

„Okay“ oder „vollkommen begeistert“? – wie Leser Bücher bewerten

Wer durch die Buchhandlung geht, hat fast bei jedem Buch den Eindruck, ein Werk der Superlative in den Händen zu halten: bombastische Cover, spannende Klappentexte und lauter lobende Stimmen.

Viele Leser der Studie haben aber nur bei 3 von 5 Romanen ein „wirklich gutes“ Leseerlebnis und „vollkommen begeistert“ sind nur 35 % der Leser sehr oft. Insgesamt scheinen mittelmäßige bis gute Leseerfahrungen zu überwiegen, während euphorische Begeisterung nicht ganz so oft vorkommt.

Ich denke aber, das ist nicht unbedingt ein schlechtes Ergebnis, immerhin haben mehr als ein Drittel der Leser häufig „Supererlebnisse“. Und ansonsten ist es einfach realistisch, dass man nicht jedes Buch so ultratoll findet, wie es durch die Aufmachung erscheint.

Persönlich verzeichne ich in meiner Lesestatistik, wie viele Fantasybücher ich „wirklich gut“ finde. Bei mir sind das so 10-20 % der Bücher, allerdings habe ich viele Bücher auch nach dem Zufallsprinzip in der Stadtbücherei ausgewählt. Klar, dass da ein geringerer Wert rauskommt, als wenn man nur Fantasybücher liest, die einem bereits in Titel, Cover und Klappentext wirklich ansprechen.

Leseprobe, Cover oder Klappentext – was ist Lesern amwichtigsten?

Ob ein Autor jeden Unfug verkaufen könnte, wenn nur der Klappentext stimmt und ein bekannter Autorenname auf dem Cover steht? Von 12 Kriterien für die Kaufentscheidung bei Romanen landete die Leseprobe nur auf Platz 6-7 in dieser Studie. Spitzenreiter bleibt der Klappentext – übrigens auch bei der Frage danach, was die Leser bei einem Buch am meisten enttäuscht hat.

Allerdings fand diese Studie zu einer Zeit statt, wo „Bücher“ noch sehr mit „gedruckten Büchern“ gleichgesetzt wurden.

Ob bei Ebooks die Leseprobe eine größere Rolle spielt als bei Papierbüchern? Was meint ihr? Ist bei Ebooks der „nackte Text“ wichtiger als das Drumherum? – Oder ist es bei Ebooks ganz anders und das Wichtigste sind Empfehlungen auf Facebook und Co.?

Postet eure Meinung doch einfach als Kommentar.

Übrigens, falls ihr einen Testversuch für eine Entscheidung braucht, was das Wichtigste bei einem Buch ist, schaut euch doch die folgende Website zu meinem Ebook-Roman „Astarian“ an. Dort ist im Prinzip das Wichtigste vertreten: Klappentext, Cover, Leseproben und Rezensionen.

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2 Antworten zu Wie zufrieden sind die Leser? – Online-Umfrage unter 445 Lesern von Romanen

  1. Hannah S. Baum schreibt:

    Wieder eine interessante Fragestellung.
    Ich bin einmal von einem schönen Cover so reingelegt worden, dass ich seitdem nichts mehr darauf gebe 😉 Das Cover war wirklich super-schön, aber der Inhalt war mittelmäßig und die Bearbeitung war furchtbar (noch zahlreiche Tipp- bzw. Rechtschreibfehler).
    Den Klappentext erachte ich in der Buchhandlung für das Wichtigste. Wenn ich Lust auf einen Fantasyroman habe und durch den Buchladen schlendere, gehe ich nicht erst nachhause und lese mir im Internet die Rezensionen durch. Für einen Spontan-Kauf ist der Klappentext ausschlaggebend.
    Anders ist es bei mir mit E-Books, bzw. mit Büchern die ich über Amazon bestelle. Da sind mir die Rezensionen am wichtigsten.
    Leseproben sind so eine Sache… Über den Inhalt sagen sie oft nicht viel aus; höchstens kann man abwägen ob einem der Stil gefällt oder nicht. Aber auch, wenn man den Stil nicht mag, kann es dennoch ein sehr gutes Buch sein… Ich für meinen Teil lese sie mir meistens durch, kann aber meine Kaufentscheidung nicht davon abhängig machen.
    Also, bei mir gewinnen definitiv Klappentext und Rezensionen 🙂

  2. flyfictionfantasy schreibt:

    Hallo Hannah,
    als ich deinen Kommentar las, kam es mir fast so vor, als hätte ich ihn geschrieben 🙂 Irgendwie kann ich mich darin relativ gut wiederfinden. Wobei ich auch immer wiede rätsle, wie es bei mir wirklich ist. Irgendwie spielen da Faktoren auf verschiedene Weise zusammen,

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