„Ich mag den Helden nicht“ – Was muss ein Romanheld haben, um sympathisch zu sein?

Die Sympathie für die Roman-Helden ist immer wieder ein wichtiges Thema bei Lesern und Autoren. Doch was macht einen Helden sympathisch und was nicht? Ich will hier diesmal keine allgemeinen Statements aus den Schreibrategebern zum Besten geben, sondern mal von mir ganz persönlich und meinen Erfahrungen mit Fantasyhelden sprechen. Im Folgenden stelle ich einige Stereotypen vor (es gibt natürlich noch mehr) und wie viel Sympathie sie von mir im Allgemeinen ernten.

Das ganz normale Mädchen und der ganz normale Junge

Ich selbst bin nicht normal, hatte kein normales Schulleben, sondern immer das Gefühl, „irgendwie anders“ zu sein. Hier mag sicherlich ein Grund liegen, warum ich Jugend-Fantasy nicht so viel abgewinnen kann, die damit startet, wie durchschnittlich und normal die Jungen und Mädchen doch sind und durch nichts auffallen (magische Fähigkeiten zählen hier für mich nicht, denn ohne diese wären sie ja ganz normale Kinder). Oft sind diese Figuren keine großen Leuchten in der Schule, tragen Jeans und Turnschuhe, haben ein Handy dabei, mögen Pizza, haben ein bis zwei beste Freunde und was sonst noch zum normalen Schulkind dazugehört.

In all dem liegt sicher der Grund, warum mich in „Harry Potter“ Hermines Persönlichkeit mehr beeindruckt hat als die von Harry oder Ron. Sie ist nicht durchschnittlich und das will sie auch gar nicht sein – und das mag ich (vielleicht, weil ich ähnliche Tendenzen habe). Doch bisher am meisten beeindruckt hat mich das Mädchen Sonea aus „Die Gilde der schwarzen Magier“.

Doch selbst wenn das ganz normale Mädchen und der ganz normale Junge nicht meine Lieblingshelden sind: Die eigentliche Story kann auch mit „normalen“ Figuren sehr phantasievoll und spannend, sodass ich dennoch 5 Sterne für manches Fantasybuch vergeben kann.

Der Bauerntölpel, der zum Helden wird

Gerade junge männliche Hobbyautoren und Leser haben eine Vorliebe für Helden, die zu etwas „ganz großem“ auserwählt sind und einmal dem Erzbösewicht gegenüberstehen werden. Bis dahin heißt es aber, brav beim Meiser „Ja“ und „Amen“ zu sagen, viele Dummheiten zu begehen und aus diesen Fehlern zu lernen und Strafen für seine Blödheit zu kassieren. Sorry, aber ich mag einfach intelligentere Helden. Diese Art Held liebe ich so richtig nur in Parodien, etwa „Die Scherbenländer“ von Niels Rudolph.

Die sexy Vampirjägerinnen

Offen gestanden, dieser Typ Frau ist nicht meine Welt, wenngleich die Bücher der Publikumsverlage gerne solche Frauen auf die weiblichen Leser ansetzen. Dieser Typ ist sexy, selbstbewusst und auch flott mit Worten sowie oft mit einer gewissen Selbstironie. Ein Typ von starker Frau eben. Wenn die Story gut ist und diese Romanheldin einen interessanten Witz und imponierende Cleverness hat, kann mich das aber sehr unterhalten und ich vergebe bisweilen 5 Sterne. Diese Heldin muss sich da aber schon anstrengen, um von dem 08/15 wegzukommen.

Die männliche Variante sind so charismatische James-Bond-Typen, die auch nicht so mein Ding sind. Also dann lieber die weibliche Variante.

Und welche Stereotypen von Romanhelden fallen euch noch ein und wie findet ihr sie? Hinterlasst doch einen Kommentar in diesem Blog!

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Eine Antwort zu „Ich mag den Helden nicht“ – Was muss ein Romanheld haben, um sympathisch zu sein?

  1. Hannah S. Baum schreibt:

    Es gibt noch viele mehr, das stimmt. Ich frage mich, warum du gerade diese steroetypen Heldenfiguren ausgesucht hast ^___^
    Ich kann mit Steroetypen grundsätzlich nicht so viel anfangen (und ich bin mir bewusst, dass ich damit zweifellos zu einer Minderheit gehöre). Die Leute auf der Straße, meine Freunde und ich selbst lassen sich auch nicht in Schubladen einsortieren – für einige mag das gelten, aber nicht für die interessanten Menschen. Und das sind auch die Figuren, die mich am meisten packen. Leider trifft man sie nicht so häufig (bspw. Mark Anthony in seiner „Die Letzte Rune“-Reihe).

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