Superhelden oder zwielichtige Verräter? – Leser haben verschiedene Lieblingshelden

Hallo alle zusammen,

heute möchte ich zwei weitere Leserbedürfnisse vorstellen, die wohl unvereinbar sind.

„Ich will keine Supermänner!“ – „Ich will keine Heulsusen!“

Manche Leser und Schreibtrainer klagen, wenn die Autoren und Filmregisseure Supermänner konstruieren. Diese sind wahlweise unbesiegbare Muskelprotze, ultrareiche Yachtfahrer, Teenie-Idole, Top-Models, perfekte Prinzessinnen, edle Ritter, Alleskönner, Spitzensportler und Schwertkampfbester. Nur wenn all diese Typen ach so unbeliebt sind, warum treten sie dann immer wieder auf – und keineswegs nur in der Rolle des Antagonisten. Egal, was Kritiker sagen, manche Figuren sind einfach beliebt bei den Lesern, oder zumindest bei einem nicht unerheblichen Teil der Leser.

Allerdings gibt es tatsächlich auch viele Leser, denen solche Perfektionisten nerven. Sie möchten Helden mit Schwächen – gerne auch Helden, wo die Schwäche deutlich überwiegt und der sogenannte Held der Geschichte anfangs alles andere als Ruhm hat: der arme Bauernjunge, der Rollstuhlfahrer, die krebskranke Frau, das Mobbingopfer, das hässliche Schulmädchen, der tölpelhafte Zauberlehrling, der verkrüppelte Krieger mit einer dunklen Vergangenheit … und was es sonst noch an Konta-Klischees zu den Siegertypen-Klischees gibt.

Ach ja, und dann gibt es noch eine dritte Sorte von Lesern, also Leser, die weder Helden in Siegerpose noch Heulsusen wollen. Die Helden sollen hier schon positiv und keine Loser sein, aber jene „kleinen Macken“ haben, die sie angeblich so sympathisch machen: eine Narbe auf der Stirn, eine Schwäche für Hamburger, Kettenraucher sein, eine Sechs in Mathe schreiben, als Schlafmütze den Morgen verpennen, vollbusigen Frauen hinterherschauen und, und, und.

Während ich all das aufschrieb, habe ich mich auch gefragt, wo der Held Astarian aus meinem gleichnamigen Roman hier hineinpasst. Ich denke, Astarian passt in keine dieser drei Gruppen klar hinein. Einerseits ist er die strahlende Schönheit. Er ist beliebt und kann im Grunde jedes Mädchen haben. Auch in sogenannter „Liebeskraft“ ist er ein Talent. Andrerseits ist er wirklich ein großer Schwächling an seiner Magierschule und hat ein sehr schlechtes Abschlusszeugnis erhalten (übrigens in Form einer „Zeugninssonne“). Mit Astarians Selbstverteidigung ist es nicht weit her. Wenn er eine Chance haben will, muss er schon mit seiner Gefühlskraft kämpfen bzw. seiner körperlichen Attraktivität verführen. Große Stärke und große Schwäche halten hier vielleicht ein etwas seltsames Gleichgewicht.

 „Ich will keine Klischee-Helden!“ – „Ich mag den Kampf zwischen Gut und Böse.“

Manche Leser mögen die zwielichtigen Helden, die sich nicht zwischen der guten und der bösen Seite entscheiden können. Verrätertypen haben ihren Reiz und einige Leser entwickeln gerade für sie ein ausgesprochenes Interesse. Andere Leser dagegen nerven solche Figuren. Sie lesen lieber von „wahren“ Helden, die wirklich loyal sind und denen ihre Freunde immer vertrauen können. Edle Helden, die klar ihren Weg gehen, die ein gutes Vorbild sind und sich nicht verführen lassen, haben unter den Lesern viele Freunde.

Dasselbe gilt für die Schurken. Man sollte auch hier nicht darauf pochen, dass ein Antagonist zwingend so oder so sein müsste. Auch hier gilt, dass die eine Sorte von Lesern Antagonisten mag, die wirklich durch und durch böse sind und die einem am Ende nicht leidtun. Dagegen gibt es andere Leser, die solche absolut Bösen uninteressant finden.

Im Astarian-Roman begegnen euch eindeutig die gespaltenen Figuren, die sich nicht klar in Gut und Böse einordnen lassen. Das gilt sowohl für den Protagonisten Astarian als auch für die Antagonisten Zerion und Gletzerin. Und von der Herrschertochter Leija kann man das ebenfalls behaupten. Sie verfolgt manche guten Ziele mit ziemlich harten Mitteln … (Hier ein Link zur Figurenliste, falls es euch interessiert – und hier ein Link zu einer Rezension, wo jemand über diese Figuren geschrieben hat.)

Und wie soll euer Lieblingsheld im Roman sein? Hinterlasst doch eurer Statement als Blogkommentar!

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Eine Antwort zu Superhelden oder zwielichtige Verräter? – Leser haben verschiedene Lieblingshelden

  1. Hannah S. Baum schreibt:

    Guter Beitrag ^^
    Ich persönlich bin kein Fan von flachen Figuren, seien sie nun die perfekten Superhelden oder die totalen Versager. Beides sind im Endeffekt bekannte Klischees. Ich tendiere daher auch eher zu den „gespaltenen“ Figuren, wie du es nennst. Also Figuren, die auch nur ganz normale Menschen sind, mit Macken, Makeln, Stärken und Schwächen. Leider ist es meiner Erfahrung nach schwierig solche Figuren ausgewogen zu (be)schreiben. Ich zumindest beginne irgendwann den Figuren die eine oder andere Tendenz zu geben ^^;

    Liebe Grüße
    Hannah

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