Leselupe – Literaturagentur für Fantasy und andere Genres

Es gibt eine neue Literaturagentur für Fantasy und weitere Genres: die Literaturagentur Leselupe von Tim Rohrer, gegründet Ende 2012. Der Name Leselupe wird sicherlich vielen ein Begriff sein. Leselupe.de ist eine Literaturplattform für Autoren, Leser und sogar Lektoren. Die Literaturcommunity besteht seit 1998 und bietet verschiedenen Foren und Services an.

Dass die Leselupe nun auch zur Literaturagentur wird, klingt sehr vielversprechend und auch die Website der Agentur macht einen guten Eindruck, da habe ich schon ganz andere Dinge gesehen … Die Agentur zeigt, wie man eine Agenturwebsite einerseits autorenfreundlich gestaltet, andrerseits aber auch dafür sorgt, dass Autoren sich das Einsenden ihres Manuskripts genau überlegen.

Laut eigener Darstellung besitzt die Agentur Leselupe zahlreiche Kontakte zu Verlagen, Lektoren, Buchvermarktern und erfolgreichen Autoren, was angesichts der langen Geschichte dieser Literaturplattform mehr als glaubwürdig erscheint. Wer den ersten Absatz auf der Website liest, der möchte sich doch glatt bei der Leselupe-Literaturagentur bewerben.

Nur Autoren, die zu 100 Prozent von ihrem Werk überzeugt sind

Allerdings macht der Agent eines sofort klar: Autoren, die nicht selbst zu 100 Prozent von ihrem Manuskript überzeugt sind, brauchen sich gar nicht zu bewerben. Wer als Autor sein Buch veröffentlichen will, aber meint, dass sein Manuskript „dringend ein Lektorat“ brauche, der sollte sich die Verlagsbewerbung sparen, ebenso die Bewerbung bei Agenturen.

„Das Lektorat macht doch der Verlag“, sagt mancher Autor. „Also wozu das Manuskript in Bestform bringen?“ Nein, so darf man nicht denken! Ja, in der Tat, der Verlagslektor macht das Lektorat kostenlos. Aber erst mal muss man diesen Verlagslektor dazu bringen, das eigene Werk verlegen zu wollen. Und da wird’s bei einem Manuskript mit lauter Rechtschreibfehlern und sonstigen Mängeln schwer.

Erwünscht sind bei der Agentur nur „großartige Werke“ mit einwandfreier Verpackung. Klar, dass Autoren und Agenten über die Großartigkeit oft verschiedener Meinung sind, das macht der Leselupen-Agent auch klar. Das ist auch nicht Schlimmes. Wer allerdings von vornherein auf „Gnade“ hofft und dass man Schwächen übersehen wird, der hat eine grundsätzlich falsche Einstellung. Mit dieser Denkweise kommt man in bei den professionellen Literaturagenturen und Verlagen nicht weit.

Gewünschte Genres

Die Agentur legt ihren Schwerpunkt auf kreative Romane, Humor, historische Romane und ausgefallene Krimis. Aber auch Fantasy und Science Fiction sind willkommen, vorausgesetzt, dass auch sie sich vom 08/15 abheben. Überhaupt betont die Agentur, dass sie tendenziell positive und kreative Werke sucht. Ehe man hier ein Werk einsendet, sollte man also nicht nur vom eigenen Buch überzeugt sein, sondern sich auch ernsthaft fragen: Ist meine Story originell genug? Kann ich wirklich behaupten, dass mein Buch nicht nur gut, sondern auch kreativ ist?

Und wie steht’s mit Twilight-Klonen, Vampir-Romanen und Romanzen? Hier gilt es wohl aufzupassen, denn die Agentur Leselupe betont, dass sie keine „Schmonzetten“ und „Groschenromane“ haben möchte, besonders wenn es wie ein Teenie-Buch wirkt. Auf der anderen Seite wird’s wohl auch für den x-ten Roman über Elfen und Zwerge schwer.

Ansonsten weniger gewünscht sie Manuskripte mit negativen Themen, Stichworte: Depression und Problembewältigung und weitere Arten der biografischen Verarbeitung.

Literaturagentur Leselupe: Bewerbung per E-Mail

Erfreulich, dass die Leselupe-Agentur mit der Zeit geht und eine Bewerbung per E-Mail möchte. Das spart Zeit und Geld und ist darüber hinaus auch noch umweltfreundlich. Eingesendet werden sollen ein Exposé und eine Leseprobe von 5 Seiten. Damit wünscht die Leselupe-Agentur deutlich weniger Manuskriptseiten als die meisten Literaturagenturen. Hier kommt es also umso mehr auf die ersten paar Seiten an. Ansonsten soll noch eine Vita dazu.

Stärken und Schwächen der Literaturagentur

Erfreulich ist auch, wie viel Wert die Agentur auf Transparenz legt. So nennt sie nicht nur ihre Stärken, sondern auch ihre Schwächen. Klar, dass diese Agentur als Neuling noch ihre Erfahrungen sammeln muss, auf der anderen Seite entsteht durch die langjährig etablierte Literaturplattform der Eindruck eines professionellen Fundaments. Da gibt es andere Einsteiger-Agenturen, wo man als Autor mehr Zweifel hat.

Man merkt der Selbstdarstellung der Agentur auch eine gewisse „Frische“ an und eine Offenheit gegenüber neuen Autoren, was diese sehr freuen dürfte. Vorbildlich ist zudem, dass man Manuskript-Einsendungen binnen 14 Tagen prüfen will. Eigentlich sollte das selbstverständlich bei Agenturen sein. Man braucht keine sechs Wochen für eine Antwort.

Als Provision für die Manuskript-Vermittlung möchte diese Agentur 15 bis 20 Prozent vom Autorenhonorar, was dem normalen Rahmen entspricht.

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6 Antworten zu Leselupe – Literaturagentur für Fantasy und andere Genres

  1. Jeremias schreibt:

    Damit stellen sie sich aufjedenfall komplett quer zum großen Self-Publishing Trent auf. Man soll überzeugt von seiner Arbeit sein, fast komplett lektoriert soll das Werk bereits sein und ausgelutschte Themenklassiker werden nicht genommen. Klingt für mich nach einer Chance für Autoren die ihr Herzblut in ein Buch gestecket haben oder stecken werden. Durch solche Agenturgründungen wird auch klar, dass Verlage immernoch höher angesehen werden als das vielseits gerühmte Self-Publishing. Denn wenn man nicht gerade ein Genie ist, benötigt man in jedem Fall Hilfe für eine professionelle Veröffentlichung. Persönlich würde ich auch eher selbst noch etwas in die Tasche greifen und beim Frieling Verlag (http://www.frieling.de/buch-veroeffentlichen) veröffentlichen, als am Ende ein mangelhaftes Buch auf den Markt zu bringen.

  2. Walkschuh schreibt:

    Hallo Jeremias,

    Sie würden Frieling 4000/5000 Euro für ein 300-Seitenbuch in die Kasse jubeln, ließen Sie einen derart fehlerhaften Text ab. Zuweilen sind die Kosten auch noch höher. Zuschussverlage – noch aktuelle Liste:
    http://www.booklookerforum.de/viewtopic.php?f=17&t=10409 oder Montségur.

    Apell aus „Agentur Leselupe“ an die Autoren:

    „Bitte ersparen Sie sich und uns auch den Aufwand einer Bewerbung, wenn Sie bereits Mühe haben ein fehlerfreies Anschreiben zu formulieren. Sollten wir in den ersten zehn Sätzen, die wir von Ihnen zu lesen bekommen, auf mehr als einen Rechtschreibfehler stoßen, wandert die Bewerbung direkt in den virtuellen Papierkorb. Womöglich geht uns so ein großer Fisch durch die Lappen – das Risiko nehmen wir jedoch gerne in Kauf.“

    Was ist ein virtueller Papierkorb? (Frage an Herrn Rohrer)
    Fehlerfrei ist sein Text auch nicht.
    Zu „Leselupe“ siehe auch http://www.dsfo.de/fo/viewtopic.php?t=39974
    Spruch von Erich Limpach, 1899 – 1965, deutscher Dichter:
    „Überheblichkeit ist eine ins krankhafte verzerrte Form des Selbstbewußtseins.”
    Sollte sich der Agent T. Rohrer auf der Zunge zergehen lassen.

    Autoren die meinen dass sie gut sind, sollten sich z. B. an Agenturen wie Schlück, AVA, Eggers, Dr. Olechnowitz, AG Rauchzeichen, AG Wortunion oder A. Kossak wenden. Allerdings sind Ablehnungen an der Tagesordnung und leider geht von 300 eingereichten Leseproben nebst Exposé nur eine durch. Aber: Man kann sich im Vorfeld betreffs Genre oder Plot telefonisch abstimmen oder vorab ein Expo vorlegen. Z. B. Dr. F. J.-Lindemann aus Berlin bittet darum.
    Alle AGs wollen freilich, dass man schon veröffentlicht hat – Zuschussverlage gelten eher nicht. Manche AGs lehnen Autoren sogar ab, die dort landeten.
    Überhebliches Gehabe werden Autoren in o. g. AGs selten bemerken. Freilich werden eher Bewerber genommen, die mit Großverlagen in vertraglicher Beziehung standen.
    Nichts spricht dagegen, sich selbst Verlage zu suchen. Auch größere Verlage pflegen gern Direktkontakt mit Autoren.

  3. flyfictionfantasy schreibt:

    Hallo Walkschuh, interessanter und ausführlicher Beitrag!

    Wie sehr die Leselupe als Agentur taugt, muss sie wohl erst noch beweisen. Bei der Scriptzz-Agentur hatte anfangs auch Skepsis geherrscht, nun scheint sie sich einigermaßen etabliert zu haben. Überheblich ist mir konkret die Leselupen-Agentur bisher nicht vorgekommen, nur anspruchsvoll.

    Aber ich schmunzle immer wieder, wenn Leute fehlerfreie Rechtschreibung von anderen erwarten und es selbst nicht liefern können. Lässt sich auch wunderbar immer wieder in Amazonrezensionen beobachten 🙂

    Ich nehme Literaturagenturen „kleinere“ Rechtschreibfehler auf der Website nicht übel. Ich schmunzle da eher drüber. Über die Qualität bei der Vermittlung von Manuskripten sagt dies eher wenig aus.

    Hab mal gezielt nach Fehlern bei der Leselupen-Agenturwebsite gesucht. Lange braucht man dafür nicht. Schon im ersten Absatz ist von „mit unserem geballten Vertriebs- und Marketingpower“ die Rede. „Power“ ist laut Online-Duden ausschließlich feminin, also muss es „unsereR geballten Power“ heißen. Sicher ein Flüchtigkeitsfehler, wenn man am eigenen Text rumbastelt und dort früher „Wissen“ oder „Know-how“ stehen hatte. Ich würde auch behaupten, es heißt „Kontakte zur Verlagsbranche“ statt „in die Verlagsbranche“.

    Am Ende des Absatzes dann: „aus den Socken hauen…“ Das machen ganz viele Autoren falsch. Fast nur Lektoren scheinen zu wissen (und nicht mal dort alle), dass vor den Auslassungspunkten ein Leerzeichen kommt.

    Bereits bis zur Passage „Genug der Abschreckung“ habe ich acht Fehler gezählt (Schrägstrich-Aspekte nicht mitgerechnet, da dies auch eine ästhetische Frage oder eine Seo-Frage sein kann).

    (Was den „Astarian“-Roman betrifft, sind solche Feinheiten berücksichtigt worden, allerdings waren in früheren Fassungen ein paar offensichtliche Tippfehler drin gewesen … halt solche Dinge, für die man kein Lektor sein muss, um sie zu sehen („mir“ statt „mit“ etc.). Es ist nun mal so, dass ein einziger auffälliger Rechtschreibfehler bei Lesern stärker wirkt als zehn „unauffällige“ Fehler. In dem Sinne wirkt die Leselupen-Seite auf den ersten Blick sehr ordentlich.)

  4. Walkschuh schreibt:

    Guten Tag!
    Hier mal was Lustiges:

    http://www.sueddeutsche.de/muenchen/das-geschaeft-mit-buechern-teppichhaendler-der-belletristik

    [den Rest gelöscht, da vermutlich Content des externen Links]

  5. flyfictionfantasy schreibt:

    Sehr interessanter Beitrag. Und endlich mal wieder was, wo man mal zugibt, wie es wirklich bei den Literaturagenturen ist. Wobei ich zu dieser Sache hier noch etwas sagen möchte:

    „Wenigstens hat er von 131.400 Textzusendungen in 24 Jahren 131.395 für den Buchmarkt als untauglich befunden. “

    Nö, NICHT für „den Buchmarkt“. Ich wette, von all diesen Manuskripten würden deutlich mehr schwarze Zahlen schreiben – allerdings nicht lohnenswert für eine Agentur, die ihrerseits noch 15 % oder so an Gewinn haben will, davon ihre eigenen Ausgaben tilgt und wo letztlich auch der Agent den Lebensunterhalt bestreiten möchte. Im Klein- oder Selbstverlag – oder auch in einem „normalen“ Verlag – könnte das Buch aber durchaus Gewinn bringen – nicht die Millionen, aber im Endeffekt abzüglich der Ausgaben vielleicht 2000 Euro im Jahr plus – SO WAS interessiert eine Agentur vermutlich nicht und einen Publikumsverlag wohl auch nur bedingt. Kleinverlage und Selbstverleger jubeln sogar schon bei weniger.

    Richtig marktuntauglich ist ein Manuskript quasi erst, wenn man im Endeeffekt rote Zahlen schreibt. Ansonsten kann man eine zweite Grenze definieren, die aber relativ ist, also von den persönlichen und wirtschaftlichen Zielen abhängt. 30 Bücher pro Monat verkaufen, ist das schlecht? Vielleicht sogar noch für ein Ebook? Man kann da geteilter Meinung sein. Ein Konzern kalkuliert da logischerweise anders als der Selbstverleger. Aus meiner Sicht ist die Grenze bei der Wirtschaftlichkeit relativ. Reine Ebook-Verlage mit geringen Ausgaben, wo es beim Geschäftsmodell dann die Menge der Bücher macht, sehen das mit der Wirtschaftlichkeit sicher auch anders als eine Agentur oder ein größerer Verlag, wo der Druck noch einen hohen Stellenwert hat und gewissenhaft lektoriert wird.

    Also sollte es oben eher nicht „marktuntauglich“ heißen, sondern „agenturuntauglich“ 🙂 – und irgendwo bleibt einiges letzten Endes auch immer Glaubenssache, ob ein Manuskript sich am Markt bewährt.

  6. Warteschleife schreibt:

    Vielleicht, vielleicht ooch nich!
    Bevor sich die Katzenberger am Markt behauptet, ist die Messe schon gesungen u. der Vorschuss in ihrer Tasche.
    Und bei Boris Becker. Motto: Schreiben? Nee, schreiben lassen!
    Hier könnten AGs Knete machen. Es gibt auch clevere Verlagsmitarbeiter, die schneller sind.

    Hier mal ein Beitrag von der AG Keil & Keil, Reaktion auf Autorenbewerbungen:

    „Sehr geehrter Herr …,

    haben Sie vielen Dank für Ihre Anfrage, die wir eingehend geprüft haben. Wir bedauern, Ihnen mitteilen zu müssen, dass wir uns nicht entschließen konnten, Ihnen eine Vertretung anzubieten.

    Bei der Entscheidung, welche Autoren und Bücher wir vertreten, richten wir uns ausschließlich nach dem Markt. Eine Zusammenarbeit ist für alle Beteiligten nur dann sinnvoll, wenn wir überzeugt sind, Ihr Werk wirklich gut platzieren zu können. Dabei sind die Anforderungen der Buchverlage in den letzten Jahren sehr gestiegen. Wenn der Autor nicht schon prominent ist, muss das Buch von ganz außerordentlicher inhaltlicher und sprachlicher Qualität sein, um eine Chance zu bekommen.

    Eine solche Einschätzung bleibt aber – bei allen rationalen Markterwägungen – natürlich immer subjektiv. Mit dem Risiko, einen künftigen Bestseller abgelehnt zu haben, müssen wir als Agenten leben.
    Für Ihr Vertrauen bedanken wir uns vielmals und verbleiben

    mit freundlichen Grüßen
    Sabine Langohr“

    So ähnlich, allerdings nur schroff text F. Lindemann, AG in Berlin.

    Eine AG taugt was, wenn sie ´nen „Schlag“ in guten Verlagen hat. (setzt sich zu vereinbarten Terminen mit dem Verlagsvertreter zusammen u. spricht über Expo u. Leseprobe bzw. MS)
    AGs haben zu „knaupeln“, kaufen Verlage doch lieber US-Lizenzen an, die nach der Übersetzung schwer lesbar sind – is doch Wurscht! Man entdeckt hier AGs als Vermittler oder Arrosmith als Übersetzerin.
    Schwachbrüstiger Auftritt vieler AGs – analog Keil & Keil, Hamburg. (Text oben)
    Positiv hingegen Anna Mechler, „Lesen u. hören“, Berlin. Leider folgen wenige AGs diesem Beispiel. M. vermittelt auch an kleinere Verlage, auch sie verkaufen Lektüre.
    Wichtig ist, dass erst mal kein Zuschussverlag in die Quere kommt.

    Ich weiß nicht, ob es sinnvoll ist, sich nicht auch mit anderen Unternehmen zu beschäftigen. Soll es etwa bei Leselupe bleiben?

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