Tomoko Hayakawa: Perfect Girl (Manga Rezension)

4 von 5 Sternen

Meine Meinung zur Manga-Reihe

Perfect Girl

(zu Band 1 bis 4 von 30 Bänden)

Inhalt von „Perfect Girl“

Die Idee von „Perfect Girl“ hat etwas und der Klappentext verspricht einen spannenden Konflikt: Vier attraktive Jungs bekommen eine Villa zum Wohnen. In dieser Villa lebt aber auch das Mädchen Sunako, das sich in einer dunklen Kammer mit Horrorpuppen und -filmen versteckt. Sunako hält sich für hoffnungslos hässlich und läuft auch entsprechend herum: mit ungepflegte langen Haaren, die ihr ins Gesicht fallen, und natürlich trägt sie nur unförmige Pullis. Sie will allein sein und auch nichts von diesen neuen Mädchenschwarms wissen, die da in ihrem Haus sind. Ihre Tante aber, die Vermieterin, erwartet von diesen Jungs, dass sie aus dem Freak Sunako eine schöne junge Dame machen. Sunako wehrt sich mit Händen und Füßen, muss sich aber manchmal auch fügen.

Meine Bewertung von „Perfect Girl“

Ich habe die Story „Perfect Girl“ von Tomoko Hayakawa auf Anhieb gemocht und mit Genuss gelesen. Ich mochte die Konstellation von den vier attraktiven Jungs, die sich um dieses Mädchen sorgen müssen und man wartet interessant, wie beide Seiten sich verhalten werden. Wer mag, hat hier auch gleich vier Typen zum Anhimmeln und Träumen. Und natürlich ist die Neugier da, wie Sunaka als schönes Mädchen gestylt aussieht und ob sich Liebesbeziehungen zu diesen schönen Typen anbahnen.

Kritisch kann man allerdings sehen, dass der Manga „Perfect Girl“ ein eigentlich sehr ernstes Thema so auf die Schippe nimmt. Hier ist ein Mädchen mit großen sozialen Problemen, das eigentlich das Potenzial zum Mobbing-Opfer hat. Aber statt mehr auf die Gefühlsebene einzugehen, wird sehr auf Oberflächlichkeiten und Äußerlichkeiten fokussiert.

Hier hatte ich das Gefühl, dass ein deutscher Mangaka das Thema anders behandeln würde, und während ich den Manga „Perfect Girl“ las, machte ich mir immer wieder Gedanken über die Moral von der Geschichte und dass man in Japan wohl noch mehr auf das Äußere gibt als hier. Einerseits hat der Manga eine seltsame Art von Genuss, andrerseits fand ich ihn aus moralischer Perspektive bisher recht fragwürdig – aber das kann man auch von anderen Mangas behaupten, sowohl von Shojo-Mangas als auch von Shonen-Mangas.

Manchmal wünschte ich mir, Sunaka würde sich wehren, mehr ihrer persönlichen Linie treu bleiben und diesen Schönlingen mal endlich ihre Meinung sagen. Aber stattdessen wird dieses anfangs trotzige Mädchen zunehmend willig oder einfach nur durchgedreht und verrückt dargestellt. Hinzu kommt, dass sie sich in Selbstmitleid wälzt und nur bedingt ein echter Horrorfreak ist, sondern sich vielmehr aufgrund eines Vorfalls in diese Welt verkrochen hat. Dadurch hat sie bei mir an Achtung und Sympathie verloren. Von Emanzipation konnte ich nichts in dieser Manga-Serie bisher finden.

Ich bin zwar keine Feministin, hatte sie aber ständig im Hinterkopf und gedacht, dass dieser Manga bei ihnen besonders schlecht wegkäme. Es ist ein Shojo-Manga mit schwacher , hässlicher Hauptfigur, der die perfekten Männer gegenübergestellt werden, die sich um sie (vor allem ihr Äußeres) kümmern und weniger um ihre Gefühle. Der Manga hat das Zeug für einen sozialkritischen Verriss. Klar, es gibt auch andere Mädchen-Mangas, wo die Hauptfigur den „Durchschnitt“ bildet und die Jungen die Traumtypen. Aber in normalen Mädchenmangas sind die Mädchen prinzipiell positiv und „normal selbstsicher“, was hier nicht der Fall ist.

Wie ich sehe, hat Tomoko Hayakawa von der Manga-Serie „Perfect Girl“ bisher etwa 30 Bände gezeichnet. Zu den späteren Bänden kann ich noch nichts sagen, aber ich zweifle ein wenig, dass die Grundidee des Mangas Stoff für so viele Bände bietet. Dass Mangas einen guten Start haben, es naher aber an originellem Nachschub mangelt, erlebe ich öfter. Die ersten Bände sind häufig die besten, womöglich auch hier.

Einerseits möchte ich 5 Sterne für „Perfect Girl“ vergeben, andrerseits ist da diese etwas blöde Behandlung dieses Problemthemas, das auch zeichnerisch manchmal ins Lächerliche gezogen wird. Zudem kann ich mir schwer vorstellen, dass wirklich über 30 Bände hinweg guter Stoff geboten wird.

Mein Fazit zum Manga

Mir persönlich haben die ersten Bände von „Perfect Girl“ auf eine etwas seltsame Weise gefallen und ich möchte gerne weiterlesen. Das ist aber so ein Werk, wo die Meinungen von mir und meiner Schwester stark auseinander gingen. Ich fand es lesbar, hätte gerne mehr davon, meine Schwester aber war genervt und fand es zunehmend schlecht.

Aber an alle, die sich von der Story angesprochen fühlen: Bitte nicht nur als reine Unterhaltung lesen, sondern sich auch über die Behandlung des „Problems Sunaka“ dort Gedanken machen.

Und wie fandet ihr diesen Manga? Hinterlasst doch euer Statement als Kommentar in diesem Blog!

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