Interview mit dem Papierfresserchens MTM-Verlag

Reihe: Interview mit Verlagen für Fantasy und Phantastik

— heute im Gespräch: der Papierfresserchens MTM-Verlag

Das Interview wurde geführt mit Raphael Milker (Redaktion des Verlags)

1. Stellen Sie Ihren Verlag doch kurz vor. Was charakterisiert das Phantastik-Programm Ihres Verlags?

Papierfresserchens MTM-Verlag ist ein Kinder- und Jugendbuchverlag mit Sitz am Bodensee, der in erster Linie Bücher für, von und mit Kinder(n) und Jugendliche(n) herausgibt. Er wurde 2007 gegründet und hat es sich zur besonderen Aufgabe gemacht, jungen Autorinnen und Autoren unter die Arme zu greifen und ihr Schreiben zu fördern. Dabei sollte „jung“ nicht zu eng gesehen werden. Jeder, der noch nicht oder kaum veröffentlicht hat, ist beim Papierfresserchen herzlich willkommen.

Da wir AutorInnen aus allen Altersklassen und mit den verschiedensten Erfahrungswerten haben, ist die Bandbreite unser Phantastik-Bücher groß. Diese reicht von Science-Fiction über Vampirromane bis zur klassischen High Fantasy.

2. Welche Phantastik-Bücher aus Ihrem Programm bezeichnen Sie als besonders erfolgreich und warum?

Zum Beispiel: Tanja Bern: „Die Sidhe des Kristalls“ oder Christine Troy: „Nibelar“. Beides sind mehrbändige Romane, die nicht nur durch ihre klaren, spannenden Geschichten überzeugen, sondern vor allem auch durch ihren herausragenden Stil.

Des weiteren ist Cornelia Frankes „Timmy und die Allergomörder“ ein sehr erfolgreiches Buch, das sich auch an jüngere Fantasy-Fans richtet.

3. Gibt es Phantastik-Bücher von Ihrem Verlag, die weniger bekannt sind, die Sie aber an dieser Stelle besonders erwähnen möchten („Geheimtipps“)?

Die Autorin Natascha Honegger hat kürzlich ein sehr gelungenes Debüt mit „Die Amulettmagier“ herausgebracht. Ferner ist „Flammenkind“ von Luisa Henke ein absoluter (Geheim)Tipp!

An jüngere Leser richten sich wunderbare Geschichten, z.B. über Drachen, so wie Silvia Möllers Roman „Keine Fotos von Chasiri!“ oder auch „Die Hexe aus dem Kleiderschrank“ von Torben Schott, der bei Erscheinen des Buches gerade zehn Jahre alt war.

4. Phantastik-Bücher mit welchen Inhalten würden Sie noch gerne verlegen? In welche Richtung möchten Sie Ihr Phantastik-Programm einmal ausweiten? Zu welchen Themen wünschen Sie mehr Manuskripte?

Da wir im Grunde bereits alle Bereiche des Fantasygenres abdecken, ist es schwer eine bestimmte Richtung verstärkt zu verfolgen, das ist auch nicht unser Ziel. Vielmehr freuen wir uns über jedes interessante Manuskript, das neue Ideen liefert oder neue Figuren enthält und den Leser vor allem mit einer packenden Story fesselt.

5. Was ist Ihnen bei Phantastik-Büchern besonders wichtig? Wie sollen diese Manuskripte sein, die Autoren bei Ihnen einreichen (Inhalt, Stil, Erzählweise)?

Natürlich gibt es in allen Bereichen große Vorreiter wie „Herr der Ringe“ oder erfolgreiche Serien wie „Twilight“, an denen sich Neuautoren orientieren. Da ist es schwer sich von diesen zu lösen und eigene Ideen durchzusetzen. Doch gerade darauf kommt es an, auf frische, unverbrauchte Geschichten.

Wer ein Manuskript einreicht, will in der Regel einen guten Eindruck hinterlassen. Dazu gehört nicht nur ein sauberes, fehlerfreies Schriftbild, das Exposé sollte bereits eine hohe Aussagekraft über Plot und Stil bieten, also im besten Fall dazu verleiten, sofort weiterlesen zu wollen.

6. Der Vampirtrend hält die Fantasywelt noch immer in Atem. Glauben Sie, die Welt der Phantastik braucht bald neue Fantasywesen? Wenn ja, welche wären Ihre Favoriten?

Da noch immer regelmäßig Bücher über Vampire herauskommen und auch nach wie vor reichlich Manuskripte zu dem Thema eingehen, ist ein Ende dieses Trends tatsächlich noch nicht absehbar. Doch da Trends immer ein Verfallsdatum haben, wird auch der Bedarf an Vampirgeschichten irgendwann erschöpft sein. Das Gute am Fantasygenre ist doch, dass es sich ständig selbst neu erfindet. Somit sind die Fantasywesen von morgen noch außerhalb unserer Vorstellungskraft. Und deshalb freuen wir uns auf jede neue Figur und jedes neue Wesen.

7. Wie wird das Phantastik-Genre im Jahr 2050 sein? Bitte lassen Sie Ihrer Fantasie kurz freien Lauf!

Die Vorstellung, wie das Phantastik-Genre im Jahr 2050 aussehen wird, wäre ein eigenes Buch Wert, allerdings würde daraus dann wohl eine Never-ending-story. Natürlich hoffen wir, dass das Buch auch die kommenden Jahrzehnte überlebt und nicht dem Siegeszug von neuen Medien zum Opfer fallen wird. Ansonsten, wenn man an eine relativ ferne Zukunft denkt, verbindet man diese meist mit hohem technischem Fortschritt, der sich nicht nur in den Geschichten widerspiegeln wird, sondern vielleicht auch in den Rezeptionsmöglichkeiten. Wir denken hier an eine Art Input von Bildern direkt ins Gehirn, im Stil der Filme „Inception“ oder „Total Recall“.

Danke für das Interview und noch viel Erfolg mit Ihrem Verlag!

Das Interview führte Annira Falter, Autorin von „Astarian„.

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