Autoren-Website oder Autorenblog? Was findet ihr als Leser besser?

Einige Autoren haben eine Autorenwebsite, andere ein Autorenblog und manche sogar beides. Seit der Revolution mit dem Web 2.0. bzw. Social Web gelten Blogs als „cooler“, weil hier mehr Kommunikation und Interaktion zwischen Autor und Leser stattfindet. Die Website dagegen wertet die Social-Media-Szene schon mal gerne als trockene Visitenkarte ab, als Relikt aus dem Web 1.0.

Doch gilt das auch konkret für die Literaturwelt, also für Autorenwebsites und Autorenblogs? Wer hat die Leser schon mal gefragt?

Ich poste hier mal meine Erfahrungen mit anderen Autorenwebsites und Autorenblogs:

Auf Autorenwebsite findet man sich als Neuling schneller zurecht

Klar, es gibt Ausnahmen, aber in der Regel finde ich mich auf einer neuen Autorenwebsite deutlich schneller zurecht als in einem Autorenblog. Die Infos, die ich als Neuling brauche, sehe ich hier schneller. – Und damit bin ich sicherlich nicht alleine.

Autorenblogs wirken sozialer und lebendiger

Ja, es stimmt. Tendenziell wirken Autorenwebsites mehr wie statische Visitenkarten, während auf Autorenblogs mehr Leben stattfindet. Durch ihr Design und Konzept signalisieren Autorenblogs mehr Aktualität, ein journalistisches Feeling entsteht, der Autor wirkt wie ein moderner Netzwerker.

Es gibt interaktive Autorenwebsites und Autorenblogs mit Einweg-Kommunikation

Dass Autorenblogs mehr Potenzial für soziale Interaktion bieten, heißt nicht, dass alle Blogger sie nutzen. Manchmal beobachte ich bei Literaturblogs, dass die Kommentarfunktion – also das wichtigste interaktive Element eines Blogs – deaktiviert oder nur für registrierte Schreiber nutzbar ist. Andere Autorenblogs wiederum zwingen die Leser zu öffentlicher Kommunikation und geben keine E-Mail-Adresse an, um den Autor „unter vier Augen“ zu sprechen. Öffentliche Kommentare sind zwar gut und nett, aber wer will dem Autor Sachen wie „Wollen wir unsere Links tauschen?“, „Kriege ich ein Rezensionsexemplar?“ oder „Da sind Tippfehler in deinem Blogbeitrag drin?“ als öffentlichen Kommentar schicken? Ganz zu schweigen von geschäftlichen und juristischen Dingen. Also nicht vergessen: Auch ein Autorenblog braucht ein anständiges Impressum mit Kontaktadresse.

Umgekehrt gibt es Autorenwebsites, wo sich die Autoren relativ kommunikativ und aktuell präsentieren: Da sind Foren in die Autorenwebsites integriert, da gibt es Artikel mit News und Interviews, der Autor zeigt sich offen und sympathisch, spricht den Leser persönlich an und fordert an vielen Stellen zur Kontaktaufnahme auf.

Es gibt übersichtliche Autorenblogs und unübersichtliche Autorenwebsites

Es gibt Autorenblogs, da merke ich zuerst gar nicht, dass sie eine Blogstruktur haben. Man findet eine klassische Navigationsleiste und „ganz normale“ Artikel auf dem Blog. Der Autorenblog bietet ein ruhiges Bild, ist nicht zugekleistert mit Social Media Buttons und zahlreichen Extras mit undurchsichtigem Nutzen. Aus meiner Sicht sollte ein guter Autorenblog da eine gesunde Mischung zwischen Social Media Elementen und Übersichtlichkeit bieten – und die Zielgruppe berücksichtigen. Bei manchen Zielgruppen ist es absolut richtig, sich trendy im Social-Media-Stil mit Insider-Sprache zu präsentieren, andere Zielgruppen dagegen wünschen sich „die gute alte Autorenwebsite“.

Allerdings sollte die „gute alte Autorenwebsite“ nicht nach dem Amateur-html von 1996 aussehen. Das Design der Autorenwebsite sollte angenehm für die Augen sein und das Layout nach „Ordnung“ aussehen. Autorenblogs haben so gut wie immer ein professionelles Layout, da viele Autoren auf Fertiglösungen zurückgreifen. Bei Autorenwebsites dagegen ist mehr eigene Bastelfreude zu beobachten – nicht immer mit gutem Ergebnis.

Meine Erfahrungen mit meiner eigenen Autorenwebsite und meinem Autorenblog

Ich besitze eine Autorenwebsite (www.flyfiction-fantasy-verlag.de) und diesen Autorenblog, der noch ziemlich am Anfang ist. Zusätzlich habe ich Erfahrungen mit zwei weiteren Websites zum Thema Schreiben / Fantasy und einem anderen, ehemaligen Blog.

Zuerst wollte ich unbedingt eine Autorenwebsite und wer die Seite www.flyfiction-fantasy-verlag.de aufruft, der merkt, mit wie viel Leidenschaft und Liebe ich daran gebastelt habe. Bisher mochte ich die Atmosphäre von Websites meist besser als die von Autorenblogs. Aber als die Website fertig war, merkte ich dann die Probleme: Die Autorenwebsite ist gut zur Präsentation (eben im Sinne einer Visitenkarte oder vielmehr im Sinne einer „Kunstausstellung“), aber weniger zur Kommunikation und zum Veröffentlichen neuer Beiträge. Das spontane Erweitern gestaltet sich schwer, man zerbricht sich den Kopf über eine neue Navigation und eine neue Zweigstruktur. Und zugleich ist es schwieriger, „kommunikativ und interaktiv“ rüberzukommen.

Ja, ein Blog ist irgendwo „cooler“. Eine Autorenwebsite für den Start ist ganz nett, aber um dann News und interessante Infos zu veröffentlichen und zu Feedback aufzufordern, ist ein Autorenblog viel besser.

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2 Antworten zu Autoren-Website oder Autorenblog? Was findet ihr als Leser besser?

  1. Janette schreibt:

    Du hast genau den richtigen Punkt genannt. Autoren müssen in der heutigen Zeit das Internet zu ihrem Vorteil nutzen. Neben Facebook, Twitter & Co. sollte man auch einen eigenen Weblog besitzen. Websites sind wie schon erwähnt eher statische „Visitenkarten“. Ob Weblog oder Website: Man darf eine Suchmaschinenoptimierung nicht außer Acht lassen. Auf http://website-zum-buch.de/buch-seo/ kann man sich noch nähere Informationen holen.
    Um zum Punkt zu kommen: Ich sehe in einem Weblog – gegenüber einer Website – auch ein größeres Potenzial.

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