Fantasy Ebooks: Beeinflusst der Preis den Erfolg?

Sind billige Ebooks erfolgreicher? Nein, anscheinend nicht. Schaut man sich die Amazon Bestsellerliste zu den Fantasy Ebooks für den Kindle an, fällt Folgendes auf: In der Liste stehen sowohl viele Ebooks mit niedrigen bis mittelniedrigen Preisen (0,99 bis 4 Euro) als auch Ebooks mit den Preisen von Druckbüchern: 7 bis 12 Euro. Teurere, mittelpreisige und günstige Fantasy Ebooks sind hier bunt gemischt, so ziemlich jede Preisabstufung ist vertreten.

Die Ebook-Leser pochen also nicht auf Dumpingpreise von einem Euro und weniger. Preise bis um die 5 Euro scheinen viele Leser für Fantasy Ebooks völlig okay zu finden – ich übrigens auch. Warum sollte ein Autor keine finanzielle Anerkennung für seinen Roman erhalten? Mancher Werbetexter erhält schon für einen Text von einer Word-Seite 40 Euro, ein anderer Texter verkauft an Online-Redaktionen einen Artikel für 20 Euro – ebenfalls nur Textdokumente. Bei vielen Fantasy Ebooks erhält man dagegen für 3 Euro gleich 200 Seiten.

Zwei Preisklassen bei Fantasy Ebooks in Amazons Bestsellerliste

Wie gesagt, die Amazon-Bestsellerliste dominieren keine Fantasy Ebooks zu Dumpingpreisen. Allerdings gibt es zwei Preisklassen: Fantasy Bestseller mit teuren Preisen sind hauptsächlich die Ebooks zu den Druckbuch-Bestsellern großer Fantasy-Verlage. Dagegen sind die Bestseller mit den niedrigen Preisen die Fantasy Ebooks von Indie-Autoren (also verlagsfreien, unabhängigen Autoren) sowie von kleineren Verlagen.

An neue Ebook-Autoren: bloß keine oberflächliche Statistiken erstellen

Einen statistischen Kurzschluss sollten unbekannte neue Ebook-Autoren ebenfalls nicht machen: Mit einem Fantasy Ebook zum stolzen Preis von 12 Euro auf Erfolgskurs gehen, das funktioniert höchstwahrscheinlich nicht. Wer neuer Autor ist und ohne großen Fantasy-Verlag dasteht, der sollte sein Fantasy Ebook günstiger anbieten. Teure Ebooks verkaufen sich nur, weil diese Romane so berühmt sind, dass viele Leser sie haben wollen.

Alles in allem wirkt Amazons Bestsellerliste der Fantasy Ebooks, als hat der Preis keinen allzu großen Einfluss auf den Erfolg der Romane. Ob 2 Euro oder 3 Euro – das entscheidet meist nicht über Sieg oder Niederlage, entscheidender sind eine Reihe anderer Faktoren. Dazu zählen sicher das Marketing und die Qualität des Ebooks.

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4 Antworten zu Fantasy Ebooks: Beeinflusst der Preis den Erfolg?

  1. Gold Walther schreibt:

    Hallo, ich bin der gleichen Meinung: Ich bin bereit für ein Buch einen anständigen Preis zu bezahlen. Allerdings finde ich die ebooks zu fast gleichen Preise wie gebundene Ausgaben wesentlich überteuert. Das ist Geldschneiderei. Das gedruckte Buch liegt sowieso schon als File vor und wird praktisch fast kostenlos kopiert. Den Download zahlt der Kunde auch selber.
    Aber für ein ebook mit guter Bewertung und auch mit ansprechendem Umfang, bin ich bereit bis zu 5 Euro zu bezahlen. Für nur 100 Seiten ist 1 Euro genug, für 200 Seiten 2-3 Euro.
    Wenn ich eine ganze Reihe, z.B. Mysteryland, für wenige Euro finde ich super.
    Wenn es über 7-8 Euro geht, greife ich lieber zur gedruckten Ausgabe. Die kann ich beliebig oft verleihen, verschenken, verkaufen usw. Ein Ebaook ist normalerweise für 3 Installationen limitiert. Was danach ist, weiß ich nicht.
    Ich werde mal sehen, was Ihre Bücher so kosten und die Bewertungen lesen.
    Schöne Grüße und Erfolg,
    Walther Gold

  2. Richard Norden schreibt:

    Ein wirklich guter Artikel. Günstige Preise bei eBooks ermutigen Leser, auch mal unbekannte Autoren auszuprobieren, bei denen ihnen einfach der Klappentext des Romans interessant erscheint.
    Wenn man einen Autor erst einmal kennt und weiß, dass seine Romane ihr Geld wert sind und er jedes Mal erstklassige Qualität abliefert, ist man auch gerne bereit, für ein eBook dieses Autors auch mal etwas mehr auszugeben.
    Das ist auch der Grund, warum viele Serienautoren den ersten Band ihrer Romanserie über Amazon besonders günstig verkaufen (z.B. für 99 Cent), während die weiteren Bände der Serie ein Stück teurer angeboten werden. Der erste Band dient also als günstiger Appetithappen, um neue Leser „auf den Geschmack zu bringen“.
    Der Vergleich mit den Werbetexten / Textern für Online-Portale hinkt allerdings etwas, da diese für ihren Artikel nur einmal Geld erhalten, während der Autor eines Romans an jedem verkauften Exemplar seines Buchs verdient.
    Wer also 1000 Exemplare eines Kindle-eBooks für 2,99 € verkauft und von Amazon 70 % Tantiemen kassiert, verdient (vor Steuern) immerhin 2.000 €. Das ist zwar nicht viel, wenn man rechnet, wie lange man an einem Roman schreibt, aber dafür hat der Autor mit seinem Roman eine Einnahmequelle, an der der Autor auch in ein paar Jahren immer noch verdient..

  3. Sadako schreibt:

    Nicht immer liegen die Files bereits digital gesetzt für die Ebooks vor. Gerade die großen Verlage haben den Trend lange versucht zu verschlafen und müssen nun nachträglich die ganzen Texte neu setzen.
    Das Gilt natürlich nicht für Neuerscheinungen.
    Ansonsten finde ich auch das Ebooks nicht so teuer sein sollten wie ein Print, jedoch finde ich den Artikel sehr interessant weil er auch eine kleine Sorge von mir selbst abwirft bezüglich des Preisdumpings. Und due Auswirkungen auf Autoren der Kleinverlage.
    Dir Beobachtungen sehr sehr gut geschildert und ich denke wir können alle das selbe daraus schließen.
    Für etwas, wovon man überzeugt ist, oder man man glaubt etwas zu gewinnen, ist es immer lohnenswert auch mal ein paar Euro mehr auszugeben. Naterlich sollte es n

  4. Sadako schreibt:

    Nicht immer liegen die Files bereits digital gesetzt für die Ebooks vor. Gerade die großen Verlage haben den Trend lange versucht zu verschlafen und müssen nun nachträglich die ganzen Texte neu setzen.
    Das Gilt natürlich nicht für Neuerscheinungen.
    Ansonsten finde ich auch das Ebooks nicht so teuer sein sollten wie ein Print, jedoch finde ich den Artikel sehr interessant weil er auch eine kleine Sorge von mir selbst abwirft bezüglich des Preisdumpings. Und due Auswirkungen auf Autoren der Kleinverlage.
    Dir Beobachtungen sehr sehr gut geschildert und ich denke wir können alle das selbe daraus schließen.
    Für etwas, wovon man überzeugt ist, oder man man glaubt etwas zu gewinnen, ist es immer lohnenswert auch mal ein paar Euro mehr auszugeben. Natürlich sollte es nicht in Above enden…

    Ps
    Sollte dieser Post doppelt sein, irgendwie hatte ich grad einen Verbindungsabbruch, einfach vom Betreiber entfernen.

    Liebe Grüße

    Sada

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